Diese Seite wurde zuletzt am 06.02.2012 geändert
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in Heidelberg
Die Ministerin in Heidelberg

"Bildung geht uns alle an" - unter dieser Überschrift hatte er Gesamtelternbeirat Heidelberg in die IGH geladen - und viele, auch die Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer, waren gekommen. Auch Inklusion stand auf der Tagesordnung - im Eingangsreferat der Ministerin allerdings mit keinem Wort erwähnt. Doch dann ging es doch noch zur Sache."Selbstverständlich" sei Inklusion gewollt, betonte die Ministerin. Doch so klar war das am Ende wieder einmal nicht. Norbert Theobald vertrat erneut seine These, dass Inklusion nur an einer Gemeinschaftsschule gelingen könne und erntete einiges Kopfschütteln im Saal und auf dem Podium. Auch der IGH sprach er sogleich die zukunftsweisenden neuen Lernmethoden ab, die er bei Inklusion voraussetzt. Rektor Werner Sauer aus Walldorf, der an einer Nicht-Gemeinschafts-sondern-ganz-normalen-Grundschule Inklusion erfolgreich praktiziert, vermisste die "klaren Signale für Inklusion von oben." Inklusion könne doch nicht Sache von wenigen, die es wollen, bleiben. Unterstützt wurde er dabei von Christiane Staab, der Walldorfer Bürgermeisterin auf dem Podium. Wenig beachtet blieben leider die klaren Sätze des Vertreters des Staatlichen Schulamtes Mannheim, Daniel Hager-Mann. Er betonte, was eigentlich jedem klar ist, dass Inklusion nicht zum Nulltarif zu haben ist und schon gar kein Sparmodell sein kann. Sie könne nur gelingen, wenn die allgemeinen Schulen mit den erforderlichen Lehrerstunden und Materialien ausgestattet werden. Sehr wichtig war auch seine Einlassung, dass das Wegfallen der verbindlichen Grundschulempfehlung als Signal und Aufforderung an alle weiterführenden Schulen einschließlich des Gymnasiums zu verstehen sei, der dadurch zu erwartenden größeren Heterogenität der Schülerschaft durch einen ermutigenden und individualisierenden Unterricht gerecht zu werden. Die Ministerin blieb im Gegensatz dazu in ihren Antworten eher allgemein: Man müsse noch "einige formale Punkte lösen" und werde "vorsichtig die Schrauben am bestehenden System drehen". Wenn das heißt, dass Inklusion lediglich Sache der Gemeinschafts- und Schwerpunktschulen wird und ansonsten das separierende Sonderschulsystem komplett erhalten bleibt, ist das natürlich zu wenig. Bei der Grundschulempfehlung sprach die Ministerin von einem "elementaren Elternrecht", im Zusammenhang mit Inklusion leider nicht. Aber wie sagte sie so schön in ihrer netten Begrüßung Richtung IGH: "Was auch immer sie planen, wenn es denn dem Bildungserfolg der Kinder dient, werden wir das möglich machen." Da haben Holger und Birgitta Eck, die ihren Sohn Arwed (Foto oben) mit Down-Syndrom in diesem Schuljahr in die IGH einschulen wollen, natürlich besonders gut hingehört. Hoffentlich gilt der Wunsch nach größerem "Bildungserfolg", eines der Lieblingsausdrücke der Ministerin, auch für Kinder mit Behinderung!